Selbstgespräche im Sport: Glaube nicht alles was du denkst!


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„Mach jetzt bloß keinen Fehler!“

„Immer geht es schief!“

„Warum, bin ich so blöd?“-

„Schon wieder einen Fehler gemacht!“,...

So und so ähnlich laufen Gespräche in unserem Kopf ab, während wir zb. auf dem Rennrad im Berg uns verschalten, bei einem Lauf überholt werden oder der Ball wieder ins Aus fliegt.
Im Training und während eines Wettkampfes, verbringen wir viele Stunden mit uns selbst und führen einen inneren Dialog. Diese Gespräche können wir selbst lenken, um unsere Leistung zu steigern.

• Es gibt viele Gründe um sich selber fertig zu machen oder sich Gedanken im Sport zu machen.

Diese Stimme in unserem Kopf, ist jedoch „nur“ unser Bewusstsein.
In der Wissenschaft wird geschätzt, dass unser Bewusstsein nur 5-10% von unserem kompletten Geist ausmachen. Dies sind im Verhältnis 11km Unterbewußtsein zu 15mm Bewußtsein.

Viel wichtiger ist unser Unterbewußtsein, dieses ist aktiv sobald während einer Aktivität etwas „automatisch“ abläuft. In diesem automatischen Tun, sind negative Gedanken nicht hilfreich.





• Warum lassen wir uns dann von dieser Stimme fertig machen?

Ganz einfach, der Befehl, welcher unser Gedankenkarussel entstehen lässt, kommt aus unserem Unterbewußtsein.
Sie sind die Konsequenz von unseren Emotionen, welche sich anschliessend als negative Gedanken manifestieren.

Ursachen davon, können noch aus der Kindheit stammen.
Programmierungen aus Erziehung und Kindheit die uns geprägt haben.
Zb. Sprüche von Autoritätspersonen(Eltern, Schule, Trainer,etc):

„Das wirst du nie schaffen!“

„Dafür bist du zu klein/groß/dick/dünn“

„Du bist ein Verlierer wie dein Vater!“ etc...

Solche unterbewußte Programmierungen sind Nährboden für negative Gedanken.

 

5 Tipps um seine Gedanken in positive Energie zu verwandeln:

 

1.Egal in welcher Situation: Erkenne den Vorteil oder/und die Positive Absicht.

Auch wenn das Schlimmste passiert und noch soviel schief läuft, versuche dir anzugewöhnen einen Vorteil darin zu erkennen. Wenn es auch nur ein ganz kleiner ist.

Beispiel:

Nachteil: Du bist von deinem grössten Kontrahenten wieder überholt worden.

Vorteil: Na super! Deine Chance, von Ihm im Windschatten zu lernen und Schwächen an Ihm zu erkennen.

Um anschliessend ausgeruht wieder vorbei zu rauschen!

"Man lernt eine Zeile von einem Sieg und ein Buch aus einer Niederlage."<Paul Brown>

2. Mensch ärgere dich nicht! Aufregen, Akzeptieren und anschliessend verändern.

Wenn etwas schief läuft, kann es dich schon total ärgern. 
Lass uns ehrlich sein, nur positiv zu denken ist unrealistisch und auf Dauer ungesund.
Doch wir können unsere Perspektive zu jedem Moment verändern.
Ewiges schimpfen und aufregen gegen sich selbst oder andere, bringt dich in diesem Moment nicht weiter! Hass und negative Gefühle nehmen dir den Flow.
Man verkrampft und verschliesst sich vor Lösungen/Möglichkeiten.

Wenn zb. schon wieder ein Plattfuss passiert oder ein Schuss daneben geht:
• Einfach kurz Aufregen (Dampf ablassen.)

• Akzeptieren (Ok, shit happens.)

• Anfangen zu verändern (Ich mache jetzt das Beste daraus, Lets´s go!)
• Wieder ins Spiel/Rennen kommen.
Jammern und ewiglange Wutausbrüche bringen dir nichts und ist pure Energieverschwendung. Höchstens dein Gegner wird sich darüber freuen!

„Es gibt viele wege zum Glück. einer davon ist aufhören zu jammern.“<Albert Einstein>

3. Dein Unterbewusstsein versteht nicht „NICHT“.

„Ich möchte NICHT krank sein.“ - “Jetzt, NICHT stürzen“ - “NICHT Nervös werden“

Wirf unnütze Gedanken über Bord, die dich nicht weiterbringen.
Verwandle deine Gedanken in eine Richtung, die dich unterstützt.

„Ich bin gesund“ - „Bleib auf dem Weg“ - “Bleib ruhig und gelassen“

Es ist zwei mal dieselbe Botschaft, jedoch im 2. Beispiel Gehirngerecht verpackt für dein Unterbewusstsein.

Unser Gehirn braucht länger um eine Verneinung zu verarbeiten, da es um die Ecke denken muss. Zuerst ohne die Verneinung und anschliessend wird es ergänzt durch die Verneinung.

Dies kostet wieder wertvolle mentale Energie und wird von deinem Unterbewusstsein nicht immer verstanden.

„Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern!“<Unbekannt>

4. Lerne dir selbst zu verzeihen! Fehler sind Menschlich!

„Oh, mann bin ich blöd“ - "Du Idiot“ - „Wie dumm bin ich denn?“

Solche Gedanken bremsen dich nur ein und verkleinern deinen Fokus aufs Wesentliche.

Möchtest du , dass jemand so mit dir redet? Ich glaube nicht!

Dann habe auch vor dir selbst Respekt und verzeihe dir Fehler.
Jeder macht einmal Fehler, deshalb gestalte deine Gedanken lieber in eine Richtung, die dir etwas bringen:

"Nächstes Mal klappt es, ich werde besser und schneller." - "Mit jedem Fehltritt bin ich einen Schritt näher am Erfolg "-

"Bleib am Ball "- "Konzentriere dich

."
Dies nimmt dir viel unnötigen Druck und steigert wieder die Konzentration.
Es soll dich nicht ermutigen unnötige Fehler zu machen. Es soll dir einfach bewusst machen, dass Fehler passieren. Es ist menschlich und dient uns dazu, daraus zu lernen!

"Ich habe in meiner Karriere mehr als 9000 Würfe verfehlt. Ich habe beinahe 300 Spiele verloren. 26 mal wurde mir der entscheidende Wurf anvertraut und ich habe nicht getroffen. Ich bin immer und immer wieder in meinem Leben gescheitert. Und das ist der Grund, warum ich gewinne."<Michael Jordan>

5. State Management! Möge die Macht mit dir sein!

Du kennst bestimmt Szenen im Sport, in denen eine Mannschaft oder ein Einzelsportler, sehr stark im Rückstand waren.
Das Spiel war eigentlich entschieden und die Chance zu einem Sieg war minimal?
 Dann auf einmal beim nächsten Satz oder in der 2. Halbzeit ist das Blatt gewendet und eine Aufholjagd ist gestartet?
Bekannte Beispiele:
• Superbowl 2017 - Atlanta Falcons vs. New England Patriots
• Bundesliga 2017 - BVB Dortmund vs. Schalke 04
• Wimbledon 1987 - Jimmy Connors vs. Mikael Pernfors
• Tour de France 1989 -  Laurent Fignon vs. Greg LeMond

Dies liegt einerseits am State-Management vom Trainer(Kabinenansprache) und der Emotionskontrolle vom Sportler selbst.
Solche Sportler haben trotz vieler Rückschläge, es geschafft Ihren mentalen und emotionalen „State / Zustand“ so zu verändern, dass Sie wieder im Hier und Jetzt spielen.
Es ist unbedeutend was in der Vergangenheit war oder was in Zukunft schief gehen könnte. Der Moment, das Hier und Jetzt ist in dem Moment wieder wichtig geworden.

Pete Sempras brachte es auf den Punkt:

„Ich versuche nie ein Turnier zu gewinnen, Ich versuche auch nie, einen Satz oder ein Spiel zu gewinnen. Ich will nur diesen Punkt gewinnen.“
>Pete Sampras<

 

Ich danke dir, dass du meinen Artikel gelesen hast und würde mich sehr über Feedback und Kommentare freuen!
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Wenn dich ein spezifisches Thema bezüglich Mentalsport & Sporthypnose interessiert, dann lass es mich einfach wissen!

Hypnosportliche Grüße

Jérôme Zimmer

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